26 Feb

Die bösen Russen…

Der kalte Krieg ist zwar schon lange vorbei, aber Russland spielt immer noch eine wichtige Rolle in der Welt. Nicht nur als Wirtschaftsmacht und Öllieferant, sondern auch als Sündenbock. Zugegeben: Herr Putin bekleckert sich auf der politischen Bühne nicht immer mit Ruhm, aber das tun ihm andere Staats- und Regierungschefs gleich. Auch die IT-Gerüchteküche geht mit der Zeit und sucht die Ursache für Schadcodeattacken und Spionagesoftware nur allzu gern im Osten.

Manchmal ist sogar etwas Wahres dran. Das heizt die Spekulationen in den weniger wahrscheinlichen Fällen russischer Infiltration natürlich noch weiter an. Da war beispielsweise der Trojaner NotPetya, der sich letztlich nicht als Ransomware, sondern als sogenannter Wiper herausstellte. Er sollte lediglich Schaden anrichten und traf beispielsweise die global agierende Containerreederei Maersk. Auftraggeber: Russland – nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes. Wirklich?

Bewiesen ist allerdings die bewusste Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von Sicherheitslücken in Windows seitens der US-Geheimdienste und die Kooperation von Microsoft mit der NSA – was den betreffenden Organisationen die wenig schmeichelhafte Bezeichnung „Unsicherheitsdienst“ eintrug. Ob nun russische oder amerikanische Social Bots die Präsidentschaftswahlen stärker beeinflusst haben, darüber lässt sich wiederum streiten. Alles in allem scheint doch weitgehend Waffengleichheit zu herrschen.

Viel beachtetes Aufregerthema war auch der Vorwurf an Kaspersky, deren Virenscanner spioniere bewusst auf US-Rechnern und übermittele Geheiminformationen nach Russland. US-Behörden dürfen die Software nun nicht mehr nutzen, die Angst sitzt tief. Aber fürchtet man sich auch vor den richtigen Gegnern? Immer wird es Zeitgenossen geben, die sich einen Vorteil davon versprechen, Sicherheitslücken zu verschweigen, Schadcode in Umlauf zu bringen, Spionage zu betreiben oder fremde Systeme zu kompromittieren. Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn… woher der auch stammen mag. Man muss sich eben schützen.

Unsichere IT ist nun wirklich kein russisches Problem. Aber alle Bedrohungen lassen sich mit konsequentem IT-Sicherheitsmanagement entschärfen. Das ist meistens weniger Aufwand, als man zunächst annimmt. Glücklicherweise ist auch IT-Sicherheit aus Deutschland weltweit ein Begriff.
Wir tragen gerne dazu bei.