Wie sicher ist ein BSI-zertifizierter Browser für kritische Infrastrukturen?

Holger Maczkowsky ·
BSI-Zertifikat in Klarsichthülle auf gebürstetem Stahlserver-Panel mit grün leuchtendem Kontrolllämpchen.

Ein BSI-zertifizierter Browser ist kein gewöhnlicher Webbrowser, sondern ein sicheres System, das die Browserausführung physisch vom Arbeitsplatzrechner trennt. Für kritische Infrastrukturen, Behörden und Finanzinstitute ist diese Technologie besonders relevant, weil herkömmliche Browser zu den häufigsten Einfallstoren für Cyberangriffe zählen. Die kurze Antwort: Ein BSI-zertifizierter sicherer Browser bietet nachweislich geprüften Schutz, der über das hinausgeht, was klassische Sicherheitslösungen leisten können.

Ungepatchte Browser-Schwachstellen kosten Behörden mehr als nur Ausfallzeiten

Jede ungepatchte Schwachstelle in einem herkömmlichen Browser ist ein offenes Fenster in Ihr internes Netzwerk. Für Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen bedeutet das nicht nur technische Ausfälle, sondern auch Datenverluste, Bußgelder nach DSGVO und Vertrauensschäden, die schwer zu reparieren sind. Der entscheidende Schritt ist die Abkehr vom Prinzip „Browser absichern“ hin zu „Browser isolieren“: Wenn der Browser in einer getrennten Umgebung läuft, erreichen Angriffe den Arbeitsplatzrechner gar nicht erst.

Fehlende Zertifizierungsnachweise bremsen Ihre Compliance-Prozesse aus

Wer in einer Behörde oder einem regulierten Unternehmen IT-Sicherheit verantwortet, kennt das Problem: Ohne anerkannte Zertifizierungen dauern Freigabeprozesse länger, Audits werden aufwendiger und Nachweispflichten gegenüber Aufsichtsbehörden sind schwerer zu erfüllen. Eine Common-Criteria-Zertifizierung durch das BSI ist kein Nice-to-have, sondern ein konkreter Nachweis, dass ein Produkt unabhängig geprüft wurde. Setzen Sie auf Lösungen, die diesen Nachweis bereits mitbringen, sparen Sie sich erheblichen Dokumentationsaufwand im eigenen Haus.

Was ist ein BSI-zertifizierter Browser und wie funktioniert er?

Ein BSI-zertifizierter Browser ist ein Remote-Controlled Browser System (ReCoBS), bei dem der Webbrowser nicht auf dem lokalen Arbeitsplatzrechner ausgeführt wird, sondern auf einem abgeschotteten Server. Der Nutzer sieht nur die Bildschirmausgabe des Browsers, während alle Internetdaten ausschließlich auf dem Server verarbeitet werden. Das BSI hat die Sicherheit dieser Architektur formal geprüft und zertifiziert.

Die technische Grundidee ist konsequente Trennung: Internet und internes Netzwerk kommen zu keinem Zeitpunkt in direkten Kontakt. Was auf dem Server passiert, bleibt auf dem Server. Schadcode, der über eine manipulierte Webseite eingeschleust wird, kann den Arbeitsplatzrechner nicht erreichen, weil zwischen beiden Systemen keine direkte Verbindung besteht.

Das BSI prüft solche Systeme nach international anerkannten Standards und stellt sicher, dass die Sicherheitsarchitektur nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern auch in der Praxis belastbar ist. Für Behörden und Unternehmen mit hohem Schutzbedarf ist diese unabhängige Prüfung ein wesentliches Entscheidungskriterium.

Warum sind herkömmliche Browser ein Sicherheitsrisiko für Behörden?

Herkömmliche Browser laufen direkt auf dem Arbeitsplatzrechner und haben damit Zugriff auf das lokale System und das interne Netzwerk. Jede Sicherheitslücke im Browser ist damit potenziell ein Zugang zum gesamten internen Netzwerk. Für Behörden, die vertrauliche Daten verarbeiten, ist dieses Risiko strukturell nicht akzeptabel.

Browser gehören zu den am häufigsten angegriffenen Softwarekomponenten überhaupt. Neue Schwachstellen werden regelmäßig entdeckt, und zwischen dem Bekanntwerden einer Lücke und dem Einspielen eines Patches liegt in vielen Behörden ein kritisches Zeitfenster. In diesem Zeitraum ist das gesamte Netzwerk exponiert.

Hinzu kommt: Selbst ein vollständig gepatchter Browser kann durch Social Engineering, manipulierte Webseiten oder Zero-Day-Exploits kompromittiert werden. Der klassische Ansatz „Browser aktuell halten“ reduziert das Risiko, eliminiert es aber nicht. Für Behörden mit hohem Schutzbedarf reicht das nicht aus.

Was bedeutet die Common-Criteria-Zertifizierung EAL3+ genau?

EAL3+ ist eine Evaluierungsstufe im Rahmen der Common Criteria (CC), einem international anerkannten Standard zur Bewertung von IT-Sicherheitsprodukten. EAL3+ bedeutet, dass ein Produkt methodisch getestet und überprüft wurde, einschließlich einer Analyse des Entwicklungsprozesses und der Sicherheitsarchitektur. Das „+“ kennzeichnet zusätzliche Anforderungen über die Basisstufe hinaus.

Common Criteria ist kein Selbsttest. Die Evaluierung wird von akkreditierten, unabhängigen Prüfstellen durchgeführt und anschließend vom BSI anerkannt. Das bedeutet: Ein Produkt mit EAL3+-Zertifizierung hat einen formalen Nachweis durchlaufen, der die Sicherheitsbehauptungen des Herstellers überprüft und bestätigt hat.

Für öffentliche Auftraggeber und Betreiber kritischer Infrastrukturen ist die Common-Criteria-Zertifizierung oft eine Voraussetzung für den Einsatz sicherheitskritischer Produkte. Sie schafft Transparenz, reduziert das Restrisiko bei der Produktauswahl und erleichtert die Dokumentation gegenüber Aufsichtsbehörden erheblich.

Wie schützt ein ReCoBS-System interne Netzwerke vor Internetangriffen?

Ein ReCoBS-System schützt interne Netzwerke, indem es Internet und Intranet vollständig voneinander trennt. Der Browser läuft auf einem dedizierten Server außerhalb des internen Netzwerks. Nur die visuelle Ausgabe des Browsers wird an den Arbeitsplatz übertragen. Schadsoftware, die über das Internet eingeschleust wird, bleibt auf dem Server isoliert und kann das interne Netzwerk nicht erreichen.

Der Schutz wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

  • Physische Trennung: Kein direkter Datenpfad zwischen Internet und internem Netzwerk
  • Isolierte Ausführungsumgebung: Schadcode läuft, wenn überhaupt, nur auf dem Server, nicht am Arbeitsplatz
  • Automatische Bereinigung: Der Server kann nach jeder Sitzung in einen definierten Ausgangszustand zurückgesetzt werden
  • Zentrale Verwaltung: Sicherheitsrichtlinien werden zentral durchgesetzt, nicht am einzelnen Arbeitsplatz

Dieser Ansatz ist grundlegend anders als Antivirenprogramme oder Firewalls, die Angriffe erkennen und blockieren müssen. Ein ReCoBS-System macht es strukturell unmöglich, dass ein Angriff aus dem Internet das interne Netzwerk direkt erreicht, unabhängig davon, ob der Angriff bekannt oder unbekannt ist.

Wer sollte einen BSI-zertifizierten Browser einsetzen?

Ein BSI-zertifizierter sicherer Browser ist besonders relevant für Organisationen, bei denen Internetnutzung am Arbeitsplatz notwendig ist, das interne Netzwerk jedoch einen hohen Schutzbedarf hat. Dazu gehören Behörden, Finanzinstitute, Betreiber kritischer Infrastrukturen und Industrieunternehmen mit sensiblen Produktionsdaten.

Konkret lohnt sich die Prüfung eines ReCoBS-Systems, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedingungen zutreffen:

  • Das Unternehmen verarbeitet personenbezogene Daten oder Verschlusssachen
  • Es bestehen regulatorische Anforderungen, etwa aus dem BSI-Grundschutz, der DSGVO oder branchenspezifischen Vorgaben
  • Ein erfolgreicher Cyberangriff würde kritische Betriebsabläufe gefährden
  • Die IT-Sicherheit muss gegenüber Aufsichtsbehörden oder Partnern nachgewiesen werden

Für kleinere Unternehmen ohne besondere Schutzanforderungen mag der Aufwand unverhältnismäßig erscheinen. Für alle Organisationen, die unter das KRITIS-Regelwerk fallen oder mit staatlichen Stellen zusammenarbeiten, ist ein zertifizierter sicherer Browser jedoch häufig keine Option, sondern eine Anforderung.

Wie unterscheidet sich TightGate-Pro von herkömmlichen Sicherheitslösungen?

TightGate-Pro unterscheidet sich von klassischen Sicherheitslösungen durch den Ansatz: Statt Angriffe zu erkennen und zu blockieren, verhindert es strukturell, dass Angriffe das interne Netzwerk überhaupt erreichen können. Der Browser läuft auf einem separaten Server, nicht am Arbeitsplatz. Herkömmliche Lösungen wie Antivirensoftware oder Proxys setzen dagegen voraus, dass Schadcode zuerst erkannt werden muss, bevor er blockiert wird.

Klassische Sicherheitslösungen arbeiten reaktiv: Sie analysieren Datenströme, vergleichen Signaturen und greifen ein, wenn etwas als schädlich erkannt wird. Das setzt voraus, dass die Bedrohung bekannt ist. Zero-Day-Exploits, also Angriffe auf bisher unbekannte Schwachstellen, umgehen diese Mechanismen regelmäßig.

TightGate-Pro arbeitet präventiv durch Isolation. Ob eine Webseite schädlich ist oder nicht, spielt für den Schutz des internen Netzwerks keine Rolle mehr, weil der Arbeitsplatzrechner mit dem Internetinhalt nie direkt in Berührung kommt. Diese architektonische Grundlage ist der wesentliche Unterschied zu allen Lösungen, die auf Erkennung statt auf Trennung setzen.

Wie wir von m-privacy GmbH Ihre IT-Sicherheit mit einem sicheren Browser stärken

Wir von m-privacy GmbH entwickeln und betreiben TightGate-Pro, die BSI-zertifizierte ReCoBS-Lösung für Organisationen mit hohem Schutzbedarf. Unser Ansatz ist konkret und praxisorientiert:

  • BSI-zertifizierter Schutz: TightGate-Pro ist nach Common Criteria EAL3+ zertifiziert und damit für den Einsatz in Behörden und kritischen Infrastrukturen geeignet
  • Vollständige Internettrennung: Wir trennen die Browserausführung physisch vom Arbeitsplatzrechner und schützen so Ihr internes Netzwerk strukturell vor Internetangriffen
  • Security Audits und Beratung: Ergänzend zu TightGate-Pro bieten wir Security Audits nach ISO 27001, Risikoanalysen und Schulungen an, damit Ihre gesamte IT-Sicherheitsstrategie auf einem soliden Fundament steht
  • Externer Datenschutzbeauftragter: Auf Wunsch stellen wir Ihnen einen externen Datenschutzbeauftragten als vollwertige Alternative zur internen Stabsstelle
  • Vertrieb über secunet: Als Partner des führenden deutschen Cybersecurity-Unternehmens secunet ist TightGate-Pro in ein bewährtes Vertriebsnetz eingebettet

Wenn Sie prüfen möchten, ob TightGate-Pro die richtige Lösung für Ihre Organisation ist, kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch. Wir analysieren Ihre aktuelle Situation und zeigen Ihnen konkret, wie ein sicherer Browser Ihre Infrastruktur schützen kann.