Beim Einrichten eines neuen Arbeitsplatzes mit Internetzugang müssen Unternehmen technische Schutzmaßnahmen, datenschutzrechtliche Anforderungen und organisatorische Regelungen von Anfang an mitdenken. Ein ungesicherter Internetanschluss am Arbeitsplatz ist eines der häufigsten Einfallstore für Cyberangriffe auf interne Netzwerke. Die folgenden Fragen beleuchten die wichtigsten Aspekte rund um sichere Internetanbindung an Arbeitsplätzen und helfen Ihnen, keine kritischen Punkte zu übersehen.
Welche Sicherheitsrisiken entstehen durch Internetzugang am Arbeitsplatz?
Internetzugang am Arbeitsplatz schafft direkte Verbindungen zwischen dem internen Netzwerk und der öffentlichen Infrastruktur des Internets. Dadurch entstehen Angriffsvektoren wie Schadsoftware über manipulierte Websites, Phishing-Angriffe per E-Mail, Drive-by-Downloads und die Ausnutzung von Sicherheitslücken im Browser. Besonders kritisch ist, dass ein einziger kompromittierter Arbeitsplatz das gesamte Unternehmensnetz gefährden kann.
Die größten Risiken lassen sich in drei Kategorien einteilen:
- Browsersicherheitslücken: Webbrowser sind komplexe Softwareprodukte mit regelmäßig entdeckten Schwachstellen. Angreifer nutzen diese gezielt aus, um Schadcode auf dem Arbeitsplatzrechner auszuführen.
- Social Engineering: Mitarbeitende werden durch täuschend echte E-Mails oder Websites dazu gebracht, Zugangsdaten preiszugeben oder schädliche Dateien herunterzuladen.
- Laterale Bewegung: Ist ein Rechner erst einmal kompromittiert, bewegen sich Angreifer häufig seitwärts durch das Netzwerk und greifen auf weitere Systeme und Daten zu.
Für Behörden, Finanzinstitute und Betreiber Kritischer Infrastrukturen ist dieses Risiko besonders gravierend, da ein erfolgreicher Angriff nicht nur Daten, sondern auch betriebliche Abläufe und öffentliche Dienste gefährden kann.
Welche technischen Schutzmaßnahmen sind beim Einrichten eines Internetarbeitsplatzes Pflicht?
Beim Einrichten eines internetfähigen Arbeitsplatzes sind eine Reihe technischer Schutzmaßnahmen unverzichtbar. Dazu gehören mindestens eine Firewall, ein aktueller und gepatchter Webbrowser, Endpoint-Schutz sowie eine klare Netzwerksegmentierung, die das interne Netz vom Internetzugang trennt. Für Organisationen mit erhöhtem Schutzbedarf empfiehlt sich darüber hinaus eine physische Trennung der Browserausführungsumgebung vom Arbeitsplatzrechner.
Eine vollständige Grundausstattung umfasst typischerweise:
- Netzwerk-Firewall und Intrusion-Detection-System (IDS)
- Regelmäßige Software-Updates und Patch-Management
- Antiviren- und Endpoint-Detection-Lösungen
- Sichere DNS-Konfiguration und Web-Filterung
- Zwei-Faktor-Authentifizierung für Fernzugriffe
- Verschlüsselung der Datenübertragung (TLS/HTTPS)
Für Arbeitsplätze mit besonders sensiblen Daten oder in regulierten Umgebungen geht die Anforderung über diese Basismaßnahmen hinaus. Hier bietet ein sogenanntes Remote-Controlled Browser System (ReCoBS) einen besonders wirksamen Schutz: Der Browser läuft dabei auf einem separaten Server, und der Arbeitsplatzrechner empfängt nur noch eine visuelle Darstellung der Webseite. Schädlicher Code aus dem Internet erreicht den eigentlichen Arbeitsplatz so niemals. Mehr zu diesem Ansatz erfahren Sie auf der Seite zu TightGate-Pro.
Was schreibt die DSGVO für internetfähige Arbeitsplätze vor?
Die DSGVO schreibt keine spezifische Technologie für Internetarbeitsplätze vor, verpflichtet Unternehmen aber nach Artikel 32 dazu, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) zu ergreifen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten. Das bedeutet: Je sensibler die verarbeiteten Daten, desto höher müssen die Schutzanforderungen für den Internetzugang sein.
Konkret bedeutet das für internetfähige Arbeitsplätze:
- Dokumentation aller eingesetzten Schutzmaßnahmen im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten
- Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) bei hohem Risiko
- Sicherstellung, dass personenbezogene Daten nicht unverschlüsselt übertragen werden
- Zugriffskontrollen, die sicherstellen, dass nur berechtigte Personen auf bestimmte Daten zugreifen können
- Protokollierung sicherheitsrelevanter Ereignisse zur Nachvollziehbarkeit im Schadensfall
Unternehmen, die einen externen Datenschutzbeauftragten einsetzen oder regelmäßige Datenschutzschulungen durchführen, sind in der Lage, diese Anforderungen strukturiert und nachweisbar zu erfüllen.
Wann ist eine Common-Criteria-zertifizierte Lösung sinnvoll?
Eine Common-Criteria-zertifizierte Lösung ist dann sinnvoll, wenn Arbeitsplätze in sicherheitskritischen Umgebungen eingesetzt werden, in denen der Nachweis eines geprüften Sicherheitsniveaus gegenüber Behörden, Aufsichtsstellen oder Geschäftspartnern erforderlich ist. Das gilt insbesondere für Behörden, Finanzinstitute, Verteidigungseinrichtungen und Betreiber Kritischer Infrastrukturen.
Common Criteria (CC) ist ein internationaler Standard zur Bewertung der Sicherheit von IT-Produkten. Die Evaluierungsstufen reichen von EAL1 (grundlegende Prüfung) bis EAL7 (formal verifiziertes Design). Eine Zertifizierung auf EAL3+ bedeutet, dass das Produkt methodisch getestet und überprüft wurde, also ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit bietet.
Für Organisationen, die nach BSI-Grundschutz oder ISO 27001 zertifiziert sind oder werden wollen, erleichtert der Einsatz CC-zertifizierter Komponenten die Nachweisführung erheblich. Wenn Sie prüfen möchten, welche zertifizierten Lösungen für Ihre Anforderungen geeignet sind, bietet ein Sicherheits-Audit einen guten Ausgangspunkt.
Wie werden Mitarbeitende beim sicheren Umgang mit dem Internet geschult?
Mitarbeitende sollten durch praxisnahe Schulungen lernen, typische Bedrohungen wie Phishing, Social Engineering und unsichere Downloads zu erkennen und richtig zu reagieren. Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht aus, wenn das Sicherheitsbewusstsein im Team fehlt. Regelmäßige Trainings sind daher ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Sicherheitsstrategie für Internetarbeitsplätze.
Effektive Schulungsmaßnahmen umfassen:
- Phishing-Simulationen: Mitarbeitende erhalten realistische Testmails und lernen, diese zu identifizieren, ohne in einer echten Angriffssituation Fehler zu machen.
- Awareness-Trainings: Kurze, regelmäßige Einheiten zu aktuellen Bedrohungsszenarien halten das Sicherheitsbewusstsein dauerhaft hoch.
- Klare Verhaltensregeln: Richtlinien zur Internetnutzung am Arbeitsplatz, die schriftlich festgehalten und kommuniziert werden.
- Meldewege: Mitarbeitende müssen wissen, an wen sie sich wenden, wenn sie einen verdächtigen Vorfall bemerken.
Besonders wirksam sind Schulungen, die auf die spezifischen Arbeitsprozesse und Risiken der jeweiligen Organisation zugeschnitten sind, statt auf generische Inhalte zu setzen.
Welche Schritte umfasst ein Security Audit für neue Internetarbeitsplätze?
Ein Security Audit für neue Internetarbeitsplätze umfasst die systematische Analyse der geplanten oder bereits eingerichteten Infrastruktur, die Identifikation von Schwachstellen und die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen. Ziel ist es, Sicherheitslücken zu schließen, bevor sie ausgenutzt werden können, und die Konformität mit relevanten Standards wie ISO 27001 sicherzustellen.
Ein typischer Auditprozess gliedert sich in folgende Schritte:
- Bestandsaufnahme: Erfassung aller eingesetzten Systeme, Software, Netzwerkkomponenten und Zugriffsrechte.
- Risikoanalyse: Bewertung der Bedrohungslage und des Schutzbedarfs der verarbeiteten Daten und Prozesse.
- Technische Prüfung: Überprüfung der Firewall-Konfiguration, Patch-Stände, Zugriffskontrollen und Protokollierung.
- Organisatorische Prüfung: Bewertung von Richtlinien, Schulungsstand der Mitarbeitenden und Incident-Response-Prozessen.
- Berichterstattung und Maßnahmenplan: Dokumentation der Ergebnisse und priorisierte Empfehlungen zur Behebung identifizierter Schwachstellen.
Ein Audit sollte nicht nur einmalig beim Einrichten neuer Arbeitsplätze stattfinden, sondern in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, da sich Bedrohungslagen und technische Umgebungen kontinuierlich verändern.
Wie m-privacy GmbH Sie beim sicheren Einrichten von Internetarbeitsplätzen unterstützt
Als Berliner IT-Sicherheitsspezialist begleiten wir Unternehmen und Behörden bei allen Aspekten der sicheren Internetanbindung von Arbeitsplätzen. Unser Angebot ist darauf ausgerichtet, sowohl technische als auch organisatorische Anforderungen aus einer Hand zu erfüllen:
- TightGate-Pro: Unsere nach Common Criteria EAL3+ zertifizierte ReCoBS-Lösung trennt die Browserausführungsumgebung physisch vom Arbeitsplatzrechner und schützt so interne Netzwerke zuverlässig vor browserbasierten Angriffen. Sie wird in Behörden, Finanzinstituten und Kritischen Infrastrukturen eingesetzt.
- Security Audits nach ISO 27001: Wir analysieren Ihre bestehende oder geplante Infrastruktur systematisch, identifizieren Schwachstellen und liefern einen priorisierten Maßnahmenplan.
- Datenschutzberatung und externe Datenschutzbeauftragte: Wir helfen Ihnen, DSGVO-konforme Prozesse für internetfähige Arbeitsplätze einzurichten und dauerhaft zu dokumentieren.
- IT-Sicherheitsschulungen: Unsere praxisnahen Trainings stärken das Sicherheitsbewusstsein Ihrer Mitarbeitenden und reduzieren menschliche Fehlerquellen nachhaltig.
- Risikoanalysen: Mit methodischen Analysen bewerten wir Ihren spezifischen Schutzbedarf und leiten geeignete Maßnahmen ab.
Möchten Sie wissen, wie gut Ihre Internetarbeitsplätze aktuell geschützt sind? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch. Wir zeigen Ihnen konkret, wo Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen den größten Sicherheitsgewinn bringen.