Ein Remote-Controlled Browser System (ReCoBS) ist eine Sicherheitslösung, bei der der Webbrowser nicht auf dem Arbeitsplatzrechner des Nutzers ausgeführt wird, sondern auf einem separaten, isolierten Server. Der Nutzer sieht lediglich das Bild des Browsers auf seinem Bildschirm, während alle potenziell gefährlichen Inhalte aus dem Internet ausschließlich auf dem Server verarbeitet werden. Die folgenden Abschnitte beleuchten, wie ein solches System funktioniert, was es von anderen Lösungen unterscheidet und für wen es besonders geeignet ist.
Wie schützt ein ReCoBS das interne Netzwerk vor Internetbedrohungen?
Ein ReCoBS schützt das interne Netzwerk, indem es eine physische Trennung zwischen dem Arbeitsplatzrechner und dem Internet herstellt. Der Browser läuft vollständig auf einem abgeschirmten Server. Schadsoftware, die über eine Sicherheitslücke im Browser eingeschleust wird, kann das interne Netzwerk nicht erreichen, weil sie niemals mit dem eigentlichen Arbeitsplatz in Kontakt kommt.
Beim sicheren Surfen am Arbeitsplatz ist genau diese Isolation entscheidend. Klassische Angriffsvektoren wie Drive-by-Downloads, manipulierte Webseiten oder Browser-Exploits zielen darauf ab, über den Browser Zugang zum System des Nutzers zu erlangen. Bei einem ReCoBS läuft der Browser in einer kontrollierten Umgebung, die nach jeder Sitzung zurückgesetzt werden kann. Selbst wenn Schadsoftware den Browser auf dem Server kompromittieren sollte, endet ihre Wirkung dort.
Die Übertragung zwischen Server und Arbeitsplatz beschränkt sich auf Bildschirmdarstellungen und Eingaben wie Mausklicks und Tastatureingaben. Es fließen keine ausführbaren Dateien oder aktiven Inhalte in das interne Netz. Für Unternehmen, die mit sensiblen Daten arbeiten oder kritische Infrastrukturen betreiben, bedeutet das: Die Risiken des Internets am Arbeitsplatz werden strukturell und nicht nur reaktiv adressiert.
Was unterscheidet ein Remote-Controlled Browser System von anderen Browser-Sicherheitslösungen?
Der wesentliche Unterschied liegt im Ansatz: Während Antivirensoftware, Browser-Extensions oder Firewalls versuchen, bekannte Bedrohungen zu erkennen und zu blockieren, verhindert ein ReCoBS den Kontakt zwischen Bedrohung und internem System von vornherein. Es handelt sich um einen präventiven, nicht reaktiven Schutzansatz.
Reaktive Lösungen erkennen, ReCoBS verhindert
Klassische Sicherheitslösungen wie Virenscanner oder Sandboxing-Technologien müssen eine Bedrohung zunächst identifizieren, bevor sie reagieren können. Das setzt voraus, dass die Bedrohung bereits bekannt oder erkennbar ist. Zero-Day-Exploits, also Angriffe über bisher unbekannte Sicherheitslücken, können dabei unbemerkt bleiben. Ein ReCoBS hingegen macht diese Erkennung überflüssig, weil kein Schadcode das interne Netz jemals erreicht.
Browser-Isolation statt Filterung
Lösungen wie Web-Filter oder DNS-basierte Sicherheitsdienste blockieren den Zugriff auf bekannte schädliche Webseiten. Sie schränken jedoch die Internetnutzung ein und bieten keinen Schutz vor Bedrohungen auf legitimen, aber kompromittierten Seiten. Ein Remote-Controlled Browser System erlaubt dagegen das freie Surfen im Internet, ohne dass dabei ein Risiko für das interne Netzwerk entsteht. Die Internetsicherheit für Mitarbeiter wird damit deutlich erhöht, ohne die Produktivität einzuschränken.
Für wen ist ein Remote-Controlled Browser System besonders geeignet?
Ob Sie eine vollständige ReCoBS-Lösung einführen oder zunächst eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Sicherheitssituation wünschen: Wir begleiten Sie auf dem gesamten Weg. Kontaktieren Sie uns und erfahren Sie, wie wir gemeinsam sicheres Surfen in Ihrem Unternehmen nachhaltig verankern können.
Ein ReCoBS ist besonders geeignet für Organisationen, bei denen der Internetzugang am Arbeitsplatz notwendig ist, gleichzeitig aber ein hohes Schutzniveau für interne Systeme und Daten gefordert wird. Dazu gehören vor allem Behörden, Finanzinstitute, Industrieunternehmen und Betreiber kritischer Infrastrukturen.
In diesen Umgebungen ist sicheres Surfen im Unternehmen keine Option, sondern eine Pflicht. Mitarbeitende müssen täglich auf Webseiten, Online-Dienste und externe Portale zugreifen, während gleichzeitig strenge Compliance-Anforderungen und Datenschutzvorschriften eingehalten werden müssen. Ein ReCoBS ermöglicht genau diese Kombination.
Auch für Unternehmen, die personenbezogene Daten verarbeiten oder unter regulatorischen Auflagen stehen, bietet die Lösung klare Vorteile:
- Schutz vor Datenverlust durch browserbasierte Angriffe
- Nachweisbarer Sicherheitsstandard gegenüber Aufsichtsbehörden
- Reduzierung des Risikos durch menschliche Fehler beim Surfen
- Zentrale Verwaltung und Kontrolle des Internetzugangs
Selbst mittelständische Unternehmen, die keine eigene IT-Sicherheitsabteilung unterhalten, profitieren von einem ReCoBS, weil der Schutz systemseitig verankert ist und nicht von der Wachsamkeit einzelner Mitarbeitender abhängt.
Welche Voraussetzungen braucht man für den Einsatz eines ReCoBS?
Für den Einsatz eines Remote-Controlled Browser Systems benötigen Unternehmen vor allem eine geeignete Serverinfrastruktur sowie eine stabile Netzwerkverbindung zwischen Server und Arbeitsplätzen. Die Anforderungen an die Endgeräte der Mitarbeitenden sind vergleichsweise gering, da die eigentliche Rechenleistung auf dem Server erbracht wird.
Im Einzelnen sind folgende Voraussetzungen relevant:
- Serverkapazität: Der Browser-Server muss für die Anzahl gleichzeitiger Nutzer ausreichend dimensioniert sein. Je mehr Mitarbeitende gleichzeitig surfen, desto mehr Ressourcen werden benötigt.
- Netzwerkinfrastruktur: Eine zuverlässige interne Netzwerkverbindung sorgt dafür, dass die Bildschirmübertragung flüssig und ohne spürbare Verzögerung funktioniert.
- Kompatibilität mit bestehenden Systemen: Das ReCoBS muss sich in die vorhandene IT-Infrastruktur integrieren lassen, etwa in Bezug auf Authentifizierungssysteme und Sicherheitsrichtlinien.
- Administration und Wartung: Wie jede Serveranwendung erfordert ein ReCoBS regelmäßige Pflege, Updates und Monitoring durch qualifiziertes IT-Personal oder einen externen Dienstleister.
Technisch gesehen ist der Einstieg für Organisationen mit einer bestehenden IT-Infrastruktur gut handhabbar. Besonders wichtig ist eine sorgfältige Planung der Nutzerzahlen und Lastverteilung, damit die Lösung im Alltag performant bleibt.
Wie wird die Sicherheit eines Remote-Controlled Browser Systems zertifiziert?
Die Sicherheit eines ReCoBS wird in Deutschland typischerweise nach dem internationalen Standard Common Criteria (CC) zertifiziert, der eine unabhängige Evaluierung des Produkts durch akkreditierte Prüfstellen vorsieht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die zuständige Zertifizierungsbehörde in Deutschland und erkennt diese Zertifikate offiziell an.
Common Criteria definiert verschiedene Evaluierungsstufen, sogenannte Evaluation Assurance Levels (EAL). Je höher das EAL, desto umfangreicher und strenger ist die Prüfung. Für behördliche und sicherheitskritische Einsatzbereiche ist in der Regel mindestens EAL3 erforderlich, wobei EAL3+ durch zusätzliche Anforderungen an die Entwicklungs- und Testprozesse noch höhere Sicherheitsgarantien bietet.
Eine Common-Criteria-Zertifizierung durch das BSI signalisiert, dass das Produkt nicht nur theoretisch sicher konzipiert ist, sondern dass seine Sicherheitseigenschaften durch unabhängige Experten geprüft und bestätigt wurden. Für Behörden und Unternehmen im Bereich kritischer Infrastrukturen ist ein solches Zertifikat häufig eine formale Voraussetzung für den Einsatz der Lösung.
Wie m-privacy GmbH Unternehmen beim sicheren Surfen am Arbeitsplatz unterstützt
Wir bei m-privacy GmbH haben uns seit 2002 auf genau diese Herausforderung spezialisiert: den sicheren Internetzugang am Arbeitsplatz bei gleichzeitig vollständigem Schutz interner Netzwerke. Unser Kernprodukt TightGate-Pro ist eine ausgereifte ReCoBS-Lösung, die im März 2026 erfolgreich nach Common Criteria (CC v3.1 Revision 5) mit der Evaluierungsstufe EAL3+ durch das BSI rezertifiziert wurde.
Mit TightGate-Pro und unserem ergänzenden Dienstleistungsangebot unterstützen wir Sie umfassend:
- Implementierung von TightGate-Pro als zertifizierte ReCoBS-Lösung für Behörden, Finanzinstitute und kritische Infrastrukturen
- Security Audits nach ISO 27001 zur Analyse und Verbesserung Ihrer gesamten IT-Sicherheitsarchitektur
- Risikoanalysen und Informationsschutzberatung, um die spezifischen Risiken des Internets am Arbeitsplatz in Ihrem Unternehmen zu bewerten
- Schulungen für Mitarbeitende zu IT-Sicherheit und datenschutzkonformem Verhalten im Netz
- Externe Datenschutzbeauftragte als Alternative zur internen Stabsstelle