Was tun, wenn ein Cyberangriff auf die eigene IT-Infrastruktur stattfindet?

WP SEAO AI Support ·
Einzelnes Server-Rack im dunklen Rechenzentrum mit blau-bernsteinfarbenen LED-Lichtern und herabhängendem, getrenntem Ethernet-Kabel.

Ein Cyberangriff trifft Unternehmen und Behörden oft ohne Vorwarnung und kann innerhalb von Minuten erheblichen Schaden anrichten. Wer in diesem Moment weiß, wie er reagieren soll, kann den Schaden deutlich begrenzen und die eigene IT-Infrastruktur schneller wieder in einen sicheren Zustand versetzen. Die folgenden Fragen und Antworten helfen Ihnen, einen Cyberangriff zu erkennen, richtig zu handeln und Ihre Systeme langfristig besser zu schützen.

Was ist ein Cyberangriff auf die IT-Infrastruktur?

Ein Cyberangriff auf die IT-Infrastruktur ist ein gezielter oder automatisierter digitaler Angriff, bei dem Angreifer versuchen, unbefugt auf Systeme, Netzwerke oder Daten eines Unternehmens zuzugreifen, diese zu manipulieren, zu verschlüsseln oder zu zerstören. Ziel ist häufig die Unterbrechung des Betriebs, der Diebstahl vertraulicher Informationen oder die Erpressung von Lösegeld.

Die häufigsten Angriffsformen umfassen Ransomware, bei der Daten verschlüsselt und gegen Zahlung freigegeben werden, sowie Phishing-Kampagnen, die Mitarbeitende zur Preisgabe von Zugangsdaten verleiten. Hinzu kommen DDoS-Angriffe, die Dienste durch Überlastung zum Erliegen bringen, sowie der Einsatz von Schadsoftware, die sich unbemerkt im Netzwerk ausbreitet. Besonders gefährdet sind Organisationen, die einen ungeschützten Internetzugang am Arbeitsplatz nutzen, da Webbrowser zu den meistgenutzten Einfallstoren für Angreifer zählen.

Woran erkennt man einen laufenden Cyberangriff?

Einen laufenden Cyberangriff erkennt man an ungewöhnlichen Systemaktivitäten, unerklärlichen Leistungseinbrüchen, gesperrten Benutzerkonten, unbekannten Prozessen im Hintergrund oder plötzlich verschlüsselten Dateien. Auch unerwartete Netzwerkverbindungen zu unbekannten externen Adressen sind ein deutliches Warnsignal.

Im Alltag äußern sich Angriffe oft durch konkrete Symptome, die zunächst harmlos wirken können:

  • Systeme reagieren ungewöhnlich langsam oder stürzen wiederholt ab
  • Mitarbeitende können sich plötzlich nicht mehr in ihre Konten einloggen
  • Dateien tragen unbekannte Dateiendungen oder lassen sich nicht mehr öffnen
  • Sicherheitssoftware wird deaktiviert oder meldet unbekannte Bedrohungen
  • Unbekannte E-Mails wurden im Namen von Mitarbeitenden versendet
  • Netzwerkmonitoring zeigt ungewöhnlich hohen Datenverkehr

Wichtig ist, dass viele Angriffe zunächst im Verborgenen ablaufen. Angreifer bewegen sich oft wochenlang unentdeckt im Netzwerk, bevor sie aktiv werden. Ein kontinuierliches Monitoring der IT-Infrastruktur ist daher keine optionale Maßnahme, sondern eine Grundvoraussetzung für eine frühzeitige Erkennung.

Was sind die ersten Schritte nach einem Cyberangriff?

Die ersten Schritte nach einem Cyberangriff sind: betroffene Systeme sofort vom Netzwerk isolieren, den Angriff dokumentieren, keine Daten löschen und unverzüglich das interne IT-Sicherheitsteam oder einen externen Spezialisten hinzuziehen. Schnelles, aber besonnenes Handeln verhindert, dass sich der Angriff weiter ausbreitet.

Eine strukturierte Vorgehensweise in den ersten Stunden ist entscheidend:

  1. Isolierung: Trennen Sie betroffene Systeme sofort vom Netzwerk, ohne sie auszuschalten. Viele forensische Spuren liegen im Arbeitsspeicher und gehen bei einem Neustart verloren.
  2. Dokumentation: Halten Sie fest, wann der Angriff bemerkt wurde, welche Systeme betroffen sind und welche Symptome aufgetreten sind.
  3. Kein Lösegeld zahlen: Eine Zahlung garantiert nicht die Wiederherstellung der Daten und macht Sie zum Ziel weiterer Angriffe.
  4. Interne Kommunikation: Informieren Sie die Unternehmensleitung und das IT-Team, halten Sie die Kommunikation jedoch zunächst intern, um keine Panik auszulösen.
  5. Externe Hilfe: Ziehen Sie IT-Sicherheitsexperten hinzu, wenn intern keine ausreichende Expertise vorhanden ist.

Vermeiden Sie in dieser Phase, Systeme vorschnell neu aufzusetzen oder Logs zu löschen. Diese Informationen sind für die spätere forensische Analyse und für mögliche rechtliche Schritte unverzichtbar.

Wer muss bei einem Cyberangriff benachrichtigt werden?

Bei einem Cyberangriff müssen je nach Art und Umfang des Vorfalls die Unternehmensleitung, das IT-Sicherheitsteam, der Datenschutzbeauftragte, die zuständige Datenschutzbehörde sowie gegebenenfalls das BSI und die Strafverfolgungsbehörden benachrichtigt werden. Bei personenbezogenen Datenpannen gelten gesetzliche Meldefristen.

Gesetzliche Meldepflichten beachten

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verpflichtet Unternehmen, Datenpannen innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden an die zuständige Aufsichtsbehörde zu melden, sofern ein Risiko für betroffene Personen besteht. Betreiber kritischer Infrastrukturen haben darüber hinaus Meldepflichten gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nach dem IT-Sicherheitsgesetz.

Interne und externe Kommunikation koordinieren

Neben den behördlichen Stellen sollten auch Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten informiert werden, wenn deren Daten oder Systeme betroffen sein könnten. Eine klare Kommunikationsstrategie verhindert Vertrauensverlust und zeigt, dass das Unternehmen verantwortungsvoll mit dem Vorfall umgeht. Die Strafverfolgungsbehörden, insbesondere die Zentralen Ansprechstellen Cybercrime (ZAC) der Landeskriminalämter, können zudem bei der Ermittlung der Täter unterstützen.

Wie kann man IT-Systeme nach einem Angriff wiederherstellen?

Die Wiederherstellung von IT-Systemen nach einem Cyberangriff erfolgt in mehreren Phasen: forensische Analyse des Angriffs, vollständige Bereinigung der betroffenen Systeme, Wiederherstellung aus sauberen Backups und schrittweise Rückkehr in den Normalbetrieb unter erhöhter Überwachung. Systeme sollten erst wieder an das Netzwerk angeschlossen werden, wenn ihre Sicherheit bestätigt ist.

Eine überstürzte Wiederherstellung birgt das Risiko, dass Schadsoftware oder Hintertüren im System verbleiben und der nächste Angriff bereits vorbereitet ist. Gehen Sie daher methodisch vor:

  • Lassen Sie eine forensische Analyse durch Fachleute durchführen, um den Angriffsweg zu verstehen
  • Setzen Sie betroffene Systeme vollständig neu auf, anstatt sie nur oberflächlich zu bereinigen
  • Spielen Sie Backups nur ein, wenn diese nachweislich vor dem Angriff erstellt wurden und selbst nicht kompromittiert sind
  • Ändern Sie alle Zugangsdaten und Passwörter, einschließlich privilegierter Konten
  • Überwachen Sie die Systeme nach der Wiederherstellung besonders intensiv

Regelmäßige und getestete Backups sind in diesem Prozess der entscheidende Faktor. Wer keine aktuellen Sicherungskopien besitzt, steht nach einem Ransomware-Angriff vor einer besonders schwierigen Ausgangslage.

Wie schützt man die IT-Infrastruktur vor künftigen Angriffen?

Die IT-Infrastruktur schützt man vor künftigen Cyberangriffen durch eine Kombination aus technischen Schutzmaßnahmen, regelmäßigen Sicherheitsaudits, Mitarbeiterschulungen und dem Einsatz bewährter Sicherheitsarchitekturen wie der Netzwerksegmentierung und dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe.

Besonders wirksam sind präventive Maßnahmen, die Angriffsflächen grundsätzlich reduzieren. Dazu gehören:

  • Netzwerksegmentierung: Trennen Sie kritische Systeme konsequent von weniger sensiblen Bereichen
  • Patch-Management: Halten Sie alle Systeme und Anwendungen stets aktuell
  • Multi-Faktor-Authentifizierung: Schützen Sie alle Zugänge mit einem zweiten Faktor
  • Mitarbeiterschulungen: Sensibilisieren Sie Ihr Team regelmäßig für Phishing und Social Engineering
  • Sicherheitsaudits: Lassen Sie Ihre Infrastruktur regelmäßig auf Schwachstellen prüfen
  • Sichere Internetanbindung: Isolieren Sie die Browserumgebung vom internen Netzwerk, um browserbasierte Angriffe zu unterbinden

Gerade der Webbrowser ist eines der größten Einfallstore in Unternehmensnetzwerke. Eine sichere Internetanbindung für Computerarbeitsplätze sollte daher fester Bestandteil jeder IT-Sicherheitsstrategie sein. Wer das Browsing physisch vom Arbeitsplatzrechner trennt, schließt eine der häufigsten Angriffsflächen konsequent.

Wie m-privacy GmbH Sie bei einem Cyberangriff und der Prävention unterstützt

Wir bei m-privacy GmbH unterstützen Unternehmen und Behörden dabei, Cyberangriffe zu verhindern und im Ernstfall richtig zu reagieren. Unser Angebot umfasst konkrete Maßnahmen entlang des gesamten Sicherheitszyklus:

  • TightGate-Pro: Unsere BSI-zertifizierte Remote-Controlled-Browser-Lösung (EAL3+) trennt die Browserumgebung physisch vom Arbeitsplatzrechner und verhindert so zuverlässig browserbasierte Angriffe auf Ihre interne Infrastruktur
  • Security Audits nach ISO 27001: Wir analysieren Ihre bestehende IT-Infrastruktur systematisch auf Schwachstellen und zeigen konkrete Handlungsempfehlungen auf
  • Risikoanalysen: Methodische Bewertung Ihrer Sicherheitslage als Grundlage für fundierte Investitionsentscheidungen
  • Mitarbeiterschulungen: Wir schulen Ihre Mitarbeitenden zu IT-Sicherheit und datenschutzkonformem Verhalten, damit menschliche Fehler seltener zum Einfallstor werden
  • Externer Datenschutzbeauftragter: Wir übernehmen die Rolle des Datenschutzbeauftragten und stellen sicher, dass Sie Ihre gesetzlichen Meldepflichten kennen und einhalten

Warten Sie nicht, bis ein Angriff eintritt. Kontaktieren Sie uns und erfahren Sie, wie wir Ihre IT-Infrastruktur wirksam und nachhaltig absichern können.